Ökologischer Rinderzuchtwert - RZÖko
Der „RZÖko“ ist ein neuer für Ökobetriebe zugeschnittener Gesamtzuchtwert entwickelt von der ÖTZ (Ökologische Tierzucht gGmbH).
Der RZÖko vereint wichtige Attribute, die für ökologische Milchviehbetriebe essentiell sind. Die Rasse Deutsche Holstein hat genetisch sehr hohe Leistungspotentiale, welche in der Fütterung auf ökologischen Betrieben Herausforderungen darstellen. Ökologisches Milchvieh wird stark grundfutterbasiert ernährt. Durch den Klimawandel treten vermehrt schwankende Erträge und Qualitäten des Grundfutters auf. Die Tiere im Ökobetrieb sollen zukünftig noch besser in der Lage sein, mit unterschiedlichen Futterqualitäten zurecht zu kommen. Mithilfe des RZÖko soll eine für ökologische Betriebe angepasste Bullenempfehlung gegeben werden können. Ziel ist es langlebige, gesunde und besser konditionierte Tiere zu züchten, die eine angepasste Milchleistung haben mit hohen Inhaltsstoffen.
Der Zuchtwert teilt sich wie folgt auf: 38 % Nutzungsdauer, 27 % Milchinhaltsstoffe (18 % Eiweiß-kg, 9% Fett-kg), 21 % Gesundheit, 6 % Milchmenge (negativ gewichtet), 5% Körperkondition (BCS), 3% Kalbeverlauf. Weitere Informationen unter www.oekotierzucht.de oder beim VIT.
Der Zuchtwert wird für alle Bullen berechnet, die offizielle Zuchtwerte bei den in den RZÖko eingehenden Merkmalen haben. Derzeit gibt es diesen RZÖko nur für Schwarzbunt und Rotbunt, da nur für diese beiden Rassen Gesundheits-Zuchtwerte vorliegen. Es handelt sich um einen Relativzuchtwert. Die Basis bilden, wie bei allen anderen Relativzuchtwerten auch die 4 – 6 Jahre alten Kühe einer Rasse. Sie haben im Mittel einen RZÖko von 100.
Bullenempfehlung – Holstein Schwarzbunt
Die ÖTZ hat im Dezember 2023 Bullenempfehlungen auf Grundlage des RZÖko veröffentlicht. Die Bullenempfehlung bezieht sich also auf die Eignung der Bullen in Hinblick auf die Nutzung im Ökobetrieb.
Bei der Rasse Holstein Schwarzbunt führt bei den töchtergeprüften Bullen Profiler mit einem RZÖko von 142 bei einem RZN (Relativzuchtwert Nutzungsdauer) von 135 und RZGes (Relativzuchtwert Gesundheit) von 129. Gefolgt von My Dream P, der heterozygot hornlos ist und einen RZN von 131 und einen Relativzuchtwert Gesundheit von 114 aufweist. Auf dem dritten Platz ist Sandor mit RZÖko von 132 bei einem RZN von 132 und einem RZGes von 117. Anschließend folgen 2 Bullen mit einem RZÖko von je 132, welche nicht aus Embryotransfer stammen und für Demeter-Betriebe geeignet sind: Altona und Maranatha. Casino liegt auf Platz 5 der nachkommengeprüften Bullen mit hoher Sicherheit mit einem RZÖko von 131. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der ÖTZ unter https://www.oekotierzucht.de/wp-content/uploads/2023/12/202312_Besamungsbullenempfehlungen_SBT_fin.pdf.
Nach genomischer Zuchtwertschätzung liegt Zirkel mit einem RZÖko von 151 auf Platz 1 (RZG 160). Auf Platz 2 ist ein heterozygot hornloser Bulle Chat P RCD mit einem RZÖko von 151 und einen RZG von 153. Gefolgt von Real Syn mit einem RZÖko von 150 und einem RZG von 171. Die gesamte Aufstellung der genomisch getesteten Zuchtbullen nach RZÖko finden Sie bei der VIT unter www.vit.de/fileadmin/DE/Zuchtwertschaetzung/SchwarzBunt_gRZOeko_mit_Relativ_gZW.pdf.

Bullenempfehlung – Holstein Rotbunt
Bei den Rotbunten Holstein gibt es nur drei nachkommengeprüfte Bullen mit hoher Sicherheit. Aperol P (heterozygot hornlos) hat einen RZÖko von 131 bei einem RZN (Relativzuchtwert Nutzungsdauer) 129. Danach folgt Francis mit 126 RZÖko und Eloped Red mit 121 RZÖko bei einem RZGes von 117. Bei mit mittlerer Sicherheit nachkommengeprüften Bullen führt Paladin mit RZÖko 136, RZN 133 und RZGes von 120. Polarstein, Solito Red und Pasco Red folgen mit jeweils RZÖko von 133.
Bullenempfehlung Fleckvieh
Die Bayrische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) veröffentlicht die Bullenempfehlungen für Fleckvieh: https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/itz/dateien/zwsrind_oekfv2312_bullenliste_sicherh_hoch.pdf. Bei den nachkommengeprüften Fleckviehbullen mit hoher Sicherheit führt Hokuspokus mit einem ÖZW von 127. Gefolgt von Villeroy mit einem ÖZW von 125 und Windspiel mit einem ÖZW von 124.
Kontakte

Katharina Bittner
Beraterin Umstellungsberatung, Ökologische Tierhaltung (Rind, kleine Wiederkäuer, Pferd)

Bundesweite Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit nach Tierarzneimittelgesetz (TAMG) für das Jahr 2024 veröffentlicht
QUELLE: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute (14. Februar 2025) auf der hauseigenen Homepage die bundesweiten Kennzahlen zur Therapieh&…
Mehr lesen...Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland aufgetreten
Am 10.01.2025 wurde ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) bei Wasserbüffeln im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg amtlich festgestellt. Es handelt sich um den Serotyp 0. Dies war das erste Auftreten des Erregers in …
Mehr lesen...
Mutterkühe ökologisch halten
Mutterkühe ökologisch halten - Was gibt es zu beachten? Welche Änderungen kommen bei einer Betriebsumstellung auf Sie zu?
Mehr lesen...
Hitzestress bei Rindern vermeiden
Der Sommer ist da. Zwar mit regnerischen Unterbrechungen, aber wir erreichen immer wieder hohe Temperaturen bei hohen Luftfeuchtegehalten. Um die Leistungen trotz Hitze hochzuhalten und die Tiergesundheit zu gewährleisten, können Sie einige…
Mehr lesen...
Öko-Milch aus Niedersachsen
Wie entwickelt sich die ökologische Milchviehhaltung in Niedersachsen? Ein Überblick über die Tierzahlen, Preisentwicklungen und Anlieferungsmengen.
Mehr lesen...
Beweidung von ökologischen Flächen mit konventionellen Weidetieren
In der EU-Öko-Verordnung 2018/848 wurde bereits unter Anhang II Teil II Nr. 1.4.2.1 festgelegt, unter welchen Voraussetzungen konventionelle Weidetiere auf ökologischen Flächen weiden können. Dies wurde nun für Niedersachsen …
Mehr lesen...Weitere Arbeitsgebiete
Veranstaltungen

Ganzjährige Weidehaltung von Rinder und Pferden - Praxistag in Sachsen-Anhalt
04.04.2025
Die ganzjährige Weidehaltung hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten als erfolgreiche Methode zur Pflege extensiver Weiden und Naturschutzflächen etabliert. Diese Form der Bewirtschaftung stellt die Betreiber*innen jedoch beim Management …
Mehr lesen...
Einführung in die Klauenpflege bei Rollklauen
11.04.2025
Zielgruppe: Herdenmanager*innen, Betriebsleiter*innen, Tierärzt*innen, Klauenpfleger*innen Referentinnen: Maike Saß und Dr. Charlotte Kröger, Netzwerk Klaue e.V. Ziel dieses Kurses: Im Rahmen dieses Praxisseminars, rund um…
Mehr lesen...
Klauenpflege bei Rollklauen
12.04.2025
Zielgruppe: Herdenmanager*innen und Betriebsleiter*innen mit Klauenpflegegrundkurs (Nachweis erforderlich) Klauenpfleger*innen (Nachweis erforderlich) &…
Mehr lesen...
Klauenpflege bei Rollklauen
13.04.2025
Zielgruppe: Herdenmanager*innen und Betriebsleiter*innen mit Klauenpflegegrundkurs (Nachweis erforderlich) Klauenpfleger*innen (Nachweis erforderlich) &…
Mehr lesen...
Feuer im Stall - Brandschutz in Nutztierställen gewährleisten
15.04.2025
Brände in Nutztierställen können jederzeit auftreten – und in solchen Momenten zählt jede Sekunde! Um das Ausmaß eines Feuers zu minimieren und die Sicherheit von Mensch und Tier zu gewährleisten, ist eine enge …
Mehr lesen...
Arbeitskreis Bio-Mutterkuhhaltung: Auftaktveranstaltung
23.04.2025
Wir laden Sie herzlich zu unserer Auftaktveranstaltung des Arbeitskreises Bio-Mutterkuhhaltung ein! Egal, ob Sie schon jahrelang Bio-Mutterkühe halten, aktuell in der Umstellung sind, oder gerade erst damit anfangen, egal, ob im Haupt- oder …
Mehr lesen...Beratungsangebote & Leistungen

Beratung ökologische Tierhaltung
Sie betreiben ökologische Tierhaltung oder interessieren sich hierfür und möchten Nutztiere in Ihren Betrieb integrieren, brauchen Unterstützung oder Beratung für Ihre Nutztierhaltung, möchten sich …
Mehr lesen...
Ökologische Schweinehaltung
Sie interessieren sich für Ökologische-/Alternative Schweinehaltung. Sie überlegen, in Stallungen für Sauen, Ferkel oder Mastschweine zu investieren und wissen nicht, welches Haltungssystem für Sie das richtige ist. …
Mehr lesen...
Rundschreiben - ÖKOaktuell
Sie sind ein ökologisch wirtschaftender Betrieb oder überlegen Ihren Betrieb auf Ökolandbau umzustellen. Für einen reibungslosen Ablauf Ihres Betriebsalltags benötigen Sie kontinuierlich aktuelle Informationen rund …
Mehr lesen...Drittmittelprojekte

5G Smart Country
Ausgangslage Weltbevölkerungswachstum, Ressourcenverknappung und schwieriger werdende klimatische Bedingungen machen es erforderlich, noch mehr Nahrung zu produzieren. Laut Prognosen muss die landwirtschaftliche Erzeugung mind. um 50% erhö…
Mehr lesen...
Abibewässerung
Ausgangslage Die durch den Klimawandel zunehmend negative klimatische Wasserbilanz in der Vegetationsperiode führt zu einem erhöhten Bedarf an Wasser für die Feldberegnung. Gleichzeitig erfordert die zunehmende Nutzungskonkurrenz um …
Mehr lesen...
ADAM
Ausgangslage ADAM ist ein 42-monatiges transdisziplinäres Forschungs- und Umsetzungsprojekt zur Steigerung der Biodiversität im Intensivgrünland. Es sind Partner aus der Wissenschaft (Bewilligungsempfänger Universität Gö…
Mehr lesen...
AGrON
Ausgangslage In Deutschland gibt es regionale Unterschiede beim landwirtschaftlichen Nährstoffanfall. So gibt es beispielsweise in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Landkreise mit starkem Nährstoffüberschuss, aber auch …
Mehr lesen...
AmmonMind
Ausgangslage Ammoniak (NH3) ist ein Luftschadstoff, der vor allem bei der landwirtschaftlichen Tierhaltung und bei der Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern freigesetzt wird. Die Minderung der NH3-Emissionen ist international …
Mehr lesen...
AQUARIUS
Ausgangslage Die Niederschläge in der östlichen Lüneburger Heide sind deutlich niedriger als im übrigen Niedersachsen. Der eigentliche Wasserbedarf der landwirtschaftlichen Kulturen liegt dann oftmals sogar noch über …
Mehr lesen...