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Qualität von Rapsextraktionsschrot

Webcode: 01044072
Stand: 01.04.2025

Zur Ernte 2025 beträgt die Rapsanbaufläche in Deutschland etwa mehr als 1,0 Mio. ha, davon liegen weniger als 10 % in Niedersachsen.

Weil Rapsextraktionsschrot seit langem ein etabliertes Eiweißfuttermittel ist und große Mengen an Rinder, aber auch zunehmend an Schweine verfüttert werden, muss mehr importiert werden, als im Land erzeugt wird. Laut DVT (Deutscher Verband Tiernahrung) enthielt das Mischfutter im Jahr 2022/23 mehr Raps- als Sojaschrot. Um Kenntnisse über die Qualität dieser Eiweißkomponente zu erhalten, wird Rapsschrot seit Jahren im Rahmen des von der UFOP geförderten Monitorings in Zusammenarbeit mit den Fütterungsreferenten der Länder untersucht. Bundesweit wurden 31 Proben im Jahr 2024 analysiert.

 

Tabelle 1: Ergebnisse des Rapsschrot-Monitorings 2024 (Angaben je kg, 88 % TM)
Anzahl Proben1) n 31
Trockenmasse  g 896 (883 - 908)
Rohprotein g 305 (291 - 322)
Rohfett g 35 (29 - 48)
Rohfaser g 134 (122 - 150)
Rohasche g 74 (65 - 88)
ME (Schwein) MJ 9,7 (9,5 – 9,9)
NEL MJ 6,2 (6,0 - 6,4)
ME (Rind) MJ 10,2 (9,9 - 10,6)
nXP g 208 (201 - 216)
RNB g 16 (14 - 17)
ADFOM g 209 (194 - 229)
aNDFOM g 264 (243 - 299)
Lysin g 18,0 (16,6 - 20,2)
Methionin g 6,1 (5,9 - 6,3)
Cystin g 6,7 (5,4 - 7,3)
Threonin g 13,7 (12,7 - 14,2)
Valin g 13,2 (10,7 - 19,4)
Calcium g 7,9 (7,0 - 8,6)
Phosphor g 10,7 (10,1 - 11,8)
DCAB meq -54 (-98 - -12)
Glucosinolate mmol 9,2 (2,5 - 15,2)

1)Mineralstoffanalysen: 10 Proben

Der Trend zu geringeren Rohproteingehalten setzt sich fort: In den letzten fünf Jahren ist der Rohproteingehalt von 34,0 auf 30,5 % gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Energiegehalte hingegen kaum verändert, während der Phosphorgehalt wieder etwas angestiegen ist. Dies kann den Einsatz von Rapsschrot in P-reduzierten Rationen verringern.

Der LKV Bayern veröffentlichte Ergebnisse von 19 Rapsschrotproben. Im Mittel wiesen sie mit 32 % einen etwas höheren Rohproteingehalt als die Monitoring-Proben auf. Die Werte schwankten von 30,6 bis 33,4 %.

 

Tabelle 2: Futterwert von Rapsschrot (g bzw. MJ/kg, LKV Bayern, 2024)

Rohprotein

Lysin

Rohfaser

Phosphor

ME (Schwein)

321

18,6

133

11,2

9,7

 

Fütterungsversuche mit Milchkühen belegen, dass Sojaschrot komplett durch Rapsschrot ersetzt werden kann. Ein Vorteil besteht in der Gentechnikfreiheit. Ob zukünftig aufgrund der veränderten weltpolitischen Lage mit Importen von GVO-Raps aus Kanada zu rechnen ist, bleibt abzuwarten.